KOMMANDANTENTAFEL
- Stefan Knappinger, ab 21.03.2022
- Manfred Elsbacher, ab 07.08.1989
- Karl Tamegger sen., ab 30.06.1972
- Alois Lassnig, ab 1971
- Franz Kogler jun., ab 08.04.1956
- Hans Krall, ab 23.03.1952
- Franz Kogler sen., nach dem 2. Weltkrieg
- Sebastian Grojer, ab 27.03.1924
Die Vorgeschichte
Vor dem Jahre 1924 waren die St. Donater Männer Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr St. Michael am Zollfeld.
St. Donat war jedoch eine eigene Gemeinde. So fanden sich öfters im Gasthof des damaligen Bürgermeisters Franz Besold “beherzte Männer” ein und kamen auf die Gründung einer eigenen Freiwilligen Feuerwehr zu sprechen.
Bei einer Generalversammlung der Feuerwehr St. Michael im Dezember 1923 wurde beschlossen, eine Filiale in St. Donat zu errichten. Bei einer weiteren Zusammenkunft am 13. Jänner 1924, die bereits im Gasthof Besold in St. Donat stattfand, wurde schon über den Ankauf einer Feuerwehrspritze gesprochen und beschlossen, bei der Firma Ferdinand Jergitsch & Söhne eine entsprechende Spritze zu besichtigen.
Am 14. Feber 1924 erhielt der damalige Gemeindebeamte Herr Johann Maggauer ein Schreiben des Landesverbandes für Feuerwehr und Rettungswesen mit der Zusage, dass St. Donat als selbständige Feuerwehr jedes zweite Jahr eine Subvention erhält.
Als Filiale von St. Michael würde es nur eine einmalige Subvention geben.
Die Gründung
So fand am 9. März 1924 im Gasthof Besold die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr St. Donat statt.
Es wurde ein Gründungskomitee gewählt. Dieses Komitee hielt seine erste Sitzung am 23. März 1924 ab, zu der auch Herr Bezirksverbandsobmann Leo Knaus erschien.
Als Hauptaufgabe wurde der Ankauf einer Feuerwehrspritze angesehen.
Am 27. April 1924 wurde die erste Kommandantschaft gewählt:
- Hauptmann: Sebastian Grojer, Besitzer in Mairist
- Hauptmann-Stv.: Johann Höffernig, Besitzer in St. Donat
- Spritzenleitmann: Leopold Haberl, Besitzer und Schmied in St. Donat
- Steigerleitmann: Jakob Unterweger, Wagner in St. Donat
- Steigerleitmann-Stv.: Gabriel Unterweger, Wagner in St. Donat
- 1. Adjutant, Schriftführer: Johann Maggauer, Gemeindebeamter in St. Donat
- 2. Adjutant, Kassier: Franz Kogler, Besitzer in St. Donat
- Zeugwart: Leopold Haberl
- Hornist: Alois Kolprat
Die ersten Jahre
In den folgenden Monaten wurde der Ankauf der vierrädrigen Karrenspritze fixiert sowie die komplette Ausrüstung für 34 Mann angeschafft.
Es fanden erste Übungen statt und auch die Teilnahme an kirchlichen Festen war selbstverständlich.
Am 7. September 1924 fand das große Gründungsfest samt feierlicher Einweihung der neuen Spritze statt.
Es war ein großer Erfolg.
Der Anschaffungspreis der Spritze betrug 24.444.400 Kronen.
In den ersten Jahren des Bestehens der Wehr erfolgte die Alarmierung durch den Hornisten Alois Kolprat.
Die Pferde für die Bespannung der Feuerwehrspritze wurden damals immer von Herrn Bürgermeister Franz Besold zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehrmänner fuhren großteils mit dem Fahrrad zum Einsatzort.
Am 7. August 1927 verstarb Herr Bürgermeister Franz Besold, bei dessen Begräbnis am 9. August die gesamte Wehr in Paradeuniformen teilnahm. Nach seinem Ableben hat seine Gattin Frau Paula Besold die Feuerwehr weiterhin großzügig unterstützt und auch stets die Pferde für die Einsätze zur Verfügung gestellt.
Am 3. Februar 1928 beschloss die Gemeindevertretung, ein Gemeindehaus neben dem Pfarrhaus zu erbauen, bei dem auch für die Feuerwehr ein Depot mit einem Schlauchturm errichtet wurde. Bereits am 19. August 1928 bezog die Wehr ihr neues Heim, wo im Herbst 1928 auch eine Alarmsirene montiert wurde.
Vom 3. bis 10. Mai 1931 fand eine Feuerschutzwoche für ganz Kärnten statt, an der auch die St. Donater teilnahmen.
In diesen Jahren nahm die Feuerwehr an zahlreichen groß angelegten Aktivitäten, wie Bezirksverbandsübungen, Landesfeuerwehrtage und Feuerschutztage teil, half bei der Errichtung von Wasserbassins in Blintendorf, Baiersdorf, Kollerhof usw. mit. Die Feuerwehr war auch fester Bestandteil von kirchlichen Festen wie Auferstehungsfeiern oder Fronleichnamsprozessionen.
Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurden die jungen Frauen von St. Donat aufgerufen, freiwillig die Arbeit der sich im Krieg befindlichen Feuerwehrmänner zu übernehmen. Es meldeten sich unter anderem:
- Frau Anna Kogler, vlg.Zechner, verh. Katzer
- Frau Loisi Kogler, vlg. Zechner, verh. Knafl
- Frau Gusti Kogler, vlg. Zechner, verh. Terkl
- Frau Maria Kolprat, verh. Rainer
- Frau Lotte Temel, verh. Hude
- Frau Ridi Konrad, vlg. Schorpf, verh. Beuc
- Frau Erna Granig, verh. Mödritscher
- Frau Leni Aichwalder, vlg. Gratzer, verh. Telsnig
- Frau Steffi Bauer
Diese jungen Frauen wurden in Übungen von Kommandant Sebastian Grojer eingeschult und hatten bei mehreren Großeinsätzen (Brand des Brunnhoisl-Stadels, Brand in Glandorf bei der Fa. Funder, Brand des Getreidespeichers in Glandorf) schwierigste Situationen zu meistern.
Beim Brand des Getreidespeichers standen sie drei Tage im Dauereinsatz.
Die Nachkriegszeit
Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm Franz Kogler sen. die Stelle des Feuerwehrkommandanten.
Bereits damals nahm die Wehr regelmäßig an Sportwettkämpfen teil. Im Juli 1949 wird mit dem Erlös aus einem Feuerwehrball, sowie aus Rücklagen ein Kraftfahrzeug der Marke Chevrolet angekauft, von den Kameraden Rinner und Krall überholt und für den Feuerwehreinsatz umgebaut.
Bei der Kommandantenwahl am 23. März 1952 wurden Hans Krall zum Kommandanten und Peter Rinner zum Stellvertreter gewählt.
Am 8. Oktober 1952 wurde die Wehr zu einem ihrer größten und gefährlichsten Einsätze gerufen. Die Faserplattenfabrik A. Funder jun. in Glandorf stand in Flammen. Durch den mutigen Einsatz der Feuerwehrmänner konnte das gesamte Lagergebäude mit allen Platten gerettet werden.
Die übrige Fabrik brannte bis auf die Grundmauern nieder.
Der Rüsthaus-Neubau
Im ersten Dienstjahr der neuen Kommandantschaft wurde der Neubau eines Rüsthauses geplant. Durch großen Einsatz aller Kameraden, großzügige Mithilfe der Bevölkerung, sowie finanzielle Unterstützung der Landesregierung, konnte das Rüsthaus direkt an der Zollfeld-Bundesstraße gebaut werden.
Am Pfingstmontag 1954 wurde die feierliche Einweihung vorgenommen.
Das Obergeschoss wurde als Wohnung genutzt.
Im Untergeschoss waren der Kameradschaftsraum und das Fahrzeug untergebracht.
Der technische Ausbau der Wehr ging rasch und zielbewusst vor sich. Beim Rüstwagen wurde ein neuer Motor eingebaut und ein Anhänger mit einer zweiten Tragkraftspritze wurde angeschafft.
So standen nun zwei Löschgruppen für Einsätze zur Verfügung.
Der weitere Verlauf
Am 03. März 1956 stand die Wehr das erste Mal im Hochwassereinsatz. Bei Familie Steinwender brach durch die momentane Schneeschmelze das Wasser ein und flutete Küche, Keller, Schmiede und Stall.
Am 08. April 1956 wurden Kogler Franz jun. zum Kommandanten und Planton Richard zum Stellvertreter gewählt.
Die Jahre 1956 bis 1958 waren von Unstimmigkeiten innerhalb der Kameradschaft geprägt, die erst Ende 1958 endgültig beigelegt werden konnten. Dennoch gab es schon regelmäßig Feuerwehrfeste und Feuerwehrkränzchen in den Gasthöfen Leitgeb und Besold. Auch wurde bereits ein erster Ausflug nach Maria Zell, Melk und Wien unternommen.
Im Jahre 1960 erhielt die Wehr einen neuen Rüstwagen – den FK 1200.
Die Nacht vom 10. auf 11. Jänner 1961 war wohl die schwerste Belastung der Wehr seit ihrem Bestehen – es war die Nacht der 3 Brände:
Um 22:25 Uhr heulten das erste Mal die Sirenen: Es brannte das Wirtschaftsgebäude des Dr. Knaus.
Um 00:20 Uhr – In Tschirnig brannte der Stall des Herrn Vorarbergers.
Und um 01:30 Uhr brannte das Wirtschaftsgebäude in Kollerhof, Muraunberg.
Noch in derselben Nacht konnte der Täter dieser Brandlegungen gefasst werden.
Einen weiteren schweren Einsatz hatten die Männer am 28.07.1962 zu meistern, als in St. Veit an der Glan zwei Tankwagenzüge in Flammen aufgingen und 4 Männer bei der Explosion ums Leben kamen.
Am 19.12.1964 fand eine große 40-Jahre-Feier im Gasthof Prettner statt, zu der Kommandant Kogler viele Ehrengäste begrüßen konnte.
Am 03. März 1968 wurde Kommandant Franz Kogler zum Abschnittskommandanten des Abschnittes Glantal und am 10. März 1968 zum Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertr. gewählt.
Er legte jedoch 1971 alle Funktionen in der Feuerwehr zurück.
Bis zur Neuwahl am 18.04.1972 war sein Stellvertreter Lassnig Alois Kommandant.
Bei dieser Neuwahl wurde Karl Tamegger sen. zum Kommandanten gewählt. Da die Wahl des Stellvertreters nach drei Wahlgängen erfolglos blieb – die Kandidaten lehnten die Annahme der Funktion ab – verfügte Bürgermeister Ing. Wolte als Wahlvorsitzender, dass innerhalb von 8 Wochen Neuwahlen durchzuführen seien. Bis dahin wurde die Wehr als Löschzug der Hauptfeuerwache St.Veit/Glan unterstellt.
Bei der am 30.06.1972 abgehaltenen Neuwahl wurden Karl Tamegger zum Kommandanten und Alois Lassnig zum Stellvertreter gewählt.
Die Zeit ab den 70ern
1974 – bei der 50-Jahre-Feier der Feuerwehr St. Donat, gab Bürgermeister Ing. Wolte bekannt, dass die Wehr mit einem neuen Rüstfahrzeug ausgestattet wird.
1974 wurde das Löschfahrzeug – ein Unimog – geliefert.
1976 wurde ein VW-Bus als Mannschaftstransportfahrzeug angeschafft.
Im Zuge dessen wurde der Kameradschaftsraum im Rüsthaus in das Obergeschoss verlegt.
Im Jahr 1980 wurde die Wehr mit Atemschutzgeräten ausgerüstet.
Ein jährlicher Fixtermin war die sogenannte “Hochosterwitz-Übung”, die meistens zu später Stunde am Magdalensberg ihren Ausklang fand.
Die Sommerfeste fanden in diesen Jahren im Gasthof Ranner in Mairist statt.
Im Jahr 1985 wurde die Jungfeuerwehr gegründet, die von OV Willi Puschmann geführt wurde.
Er arbeitete mit 13 Burschen im Alter von 12 bis 14 Jahren.
Mit Unterstützung der Bevölkerung wurde eine Hindernisbahn errichtet, auf der die Burschen für das österr. Leistungsabzeichen trainierten.
Sowohl die Jungfeuerwehr, als auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, nahmen regelmäßig an Sportwettkämpfen teil, wo sie hervorragende Leistungen erzielten.
Am 07. August 1989 wurden bei Neuwahlen Manfred Elsbacher zum Kommandanten und Franz Knappinger zum Stellvertreter gewählt.
Am 21. August 1990 wurde die Wehr zu einem äußerst schwierigen und gefährlichen Einsatz gerufen: Explosion im Funder Werk I. Hochgiftige Gase wurden freigesetzt und die Feuerwehr stand mit schwerem Atemschutz stundenlang im Einsatz.
Am 11. Juli 1992 wurde erstmals das Sommerfest auf der “Prettner-Wiese” mitten in St. Donat abgehalten. Es stellt von da an jedes Jahr einen Höhepunkt im Dorfleben dar und Dank der Mithilfe aller Kameraden und deren Frauen war es stets ein großer Erfolg.
Im September 1993 erhielt die FF St. Donat ihr neues Kleinlöschfahrzeug mit voller Ausstattung, welches bei der 70-Jahre-Feier im Juli 1994 von Bürgermeister Gerhard Mock feierlich übergeben wurde.
Bei den Jahreshauptversammlungen wird von Kommandant Elsbacher immer wieder auf die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr hingewiesen.
Die “technischen Einsätze” (Hochwasser, Verkehrsunfälle, Sturmschäden, Wasserversorgung in Trockenzeiten usw.) stellen nun einen Großteil der Aufgaben dar.
Am 10. April 1995 stand die Trocknungsanlage der Fa. Funder in Glandorf in Brand. Die FF St. Donat unter Kdt. Elsbacher stand an diesem Tag 18 Stunden im Dauereinsatz.
Im Jahre 1998 wurde von den Kameraden ein Zubau am Rüsthaus errichtet.
Das Kameradschaftsleben der Wehr gestaltet sich in den letzten Jahren sehr vielseitig: Schnapserturniere, Schirennen, Eisstockschießen, Fußballturniere, Ausflüge, Sommerfeste, Weihnachtsfeiern und Silvesterpartys tragen viel zur guten Kameradschaft in der Feuerwehr bei.
Durch schwere Unwetter wurde die Wehr in den Jahren 2002 und 2003 besonders häufig zu Hochwassereinsätzen in St. Donat, Glandorf und St. Veit an der Glan gerufen. Die Männer standen oft tagelang im Einsatz.
Generationenwechsel
Im Jahr 2022 traten Manfred Elsbacher und Franz Knappinger nach 33 Jahren von ihren Kommandofunktionen zurück und ebneten den Weg für eine jüngere Generation.
Am 21.03.2022 wurden Stefan Knappinger als Kommandant und Gerald Friesser als Kommandant Stellvertreter gewählt.
